Robert Henke: "CBM 8032 AV"

Robert Henke: "CBM 8032 AV"

Auf der Bühne stehen fünf sorgfältig restaurierte Commodore CBM 8032 Computer aus dem Jahr 1980, auf denen vom Künstler und seinem Team eigens für diese Projekt entwickelte Software läuft. Drei Computer erzeugen Klänge, ein Rechner ist für die Grafik zuständig und einer steuert die anderen, deren Bildschirme dem Publikum zugewandt sind.

Eine große Projektion im hinteren Teil der Bühne überträgt das Signal des Videocomputers. Der Akt der Aufführung besteht darin, die Computer zu bedienen: Routinen aufzurufen, Parameter zu ändern, die Klänge an einem Mischpult zu verschmelzen und mit digitalen Effektprozessoren aus den frühen 1980er Jahren zu veredeln.

Die Computer waren nie für die Schaffung audiovisueller Kunst gedacht; die visuellen Ereignisse sind daher abstrakt, geometrisch, mit geringer Auflösung und ausschließlich in einfarbigem Grün, unter maximaler Ausnutzung dessen was mit 25 Zeilen a 80 Zeichen und einer Handvoll vordefinierter Symbole darstellbar ist. Der Sound besteht aus Variationen digitalen Rauschens, grobkörnigen Sinuswellen, spärlichen Klicks und hohen Signaltönen, sehr zerhackt und metrisch, berechnet in Echtzeit auf einer 1MHz CPU von 1975, ausgegeben in 8bit.  Die extremen technischen Limits erzwingen eine sehr eigene Ästhetik, im Dialog mit den Maschinen. Doch das Ergebnis ist reich, komplex, fokussiert und von einer ganz eigenen zeitgemäß wirkenden Magie.